aus Sicht eines Touristen möchte ich dazu einige kleine Erfahrungen posten:
Mit Sicherheit ist nicht alleine eine Komponente für den Rückgang des Tourismus verantwortlich.
Einen Rückgang gibt es derzeit überall auf der Welt, resp. haben sich auch die Gewohnheiten
ein wenig geändert.
Die Welt ist hektischer geworden, und viele Leute buchen z.B. mal am Dienstag für 5 Tage nach Griechenland oder Türkei,
Abflug am Freitag, skifahren wird in drei Tagen erledigt, Städtereisen boomen für einige wenige Tage usw.
Ein gewichtiger Grund ist mit Sicherheit die EURO-Schwäche. Es ist tatsächlich in SOA ja auch nicht um die 20% Kursverlust teurer geworden,
es kommt ja auch noch die Inflation dazu, die in SOA ja auch noch stärker ausgeprägt ist als in Europa, so dass sich die Urlaube
um bis zu 30% verteuern, für die selbe Leistung wohlgemerkt.
Das trifft natürlich viele Familien aus dem Mittelstand, natürlich auch massgeblich für Backpacker, die ihre Ziele auch neu definieren.
Die sogenannten Qualitätstouristen, die z.B. auf Samui mit Holtelpreisen bis zu THB 100K pro Nacht rechnen dürfen, fehlt es natürlich hinten und vorne an der
dementsprechenden Infrastruktur. Wer will schon z.B. nach einem Wolkenbruch in Chaweng knietief in der Scheis... spazieren gehen, sich beim Schwimmen im Meer bei ungünstigen Windverhältnissen die Analreinigungsutensilien aus den Hotelabwasserleitungen, die großteils ungefiltert ins Meer flutschen,
ums Gesicht streifen lassen.
Hier fehlt es zur Rechtfertigung der hohen Hotelpreise an der nötigen Infrastruktur, die Hotels selber bieten zwar einiges, es werden diesbezüglich auch große Anstrengungen unternommen, aber es ist halt meistens so, daß die zahlungskräftiste Klientel in einem gewissen Alter ist, die, wenn sie schon sehr viel Geld für einen Aufenthalt auf den Tisch legen, dann wollen die auch dementsprechende Gegenleistung dafür.
Wie Ihr aber auch schon geschrieben habt, wandelt sich der Typus des klischeehaften Thailandurlaubers aber auch rasant.
Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte man noch seinen Spass in einer Ladybar, nicht dass man unbedingt zum Abschleppen einer psychologisch geschulten
Abendbegleitung unbedingt dorthin musste, aber es steppte der Bär in solchen Bars, alle waren gut drauf und die meisten Lokalitäten waren auch entsprechend besucht.
Eine Barrunde war auch schnell geschmissen, kostete vor einigen Jährchen für ca. 10 pers. so ca. THB 500,-, jetzt musst Du da mind. dreimal soviel investieren um den selben Effekt zu erzielen, ein Bierchen kostet nun so 80-100 THB, das im Bedarfsfalle nach Bestellung im gegenüberliegenden 7-Eleven um THB 30 geholt wird.
Vom Gekreische der anwesenden Praxisbelegung ganz zu schwiegen, wenn man sich als Einzelkämpfer endlich mal getraut, sich an eine der menschenleeren Bars
zwecks Konsumation eines Bierchens niederzulassen.
Ich, als in langen Jahren SOA gestählter Tourist, kenne da natürlich meine Wege und Ausweichmöglichkeiten, aber für viele Touristen, die das
Land zum erstenmal besuchen, stellt sich das ursprünglich als Paradies gepriesene Land nun ein wenig anders da.
Meine Meinung ist, THL muss sich positionieren, und den Weg auch konsequent gehen, man kann kein 5-Sterne Hotel auf einer Müllkippe errichten, sowas
fällt den Leuten komischerweise nur in Samui ein, und wundert sich im Nachhinein, dass der Laden leer ist.
So, das waren meine 5 Cent.
Mandybär



