Seite 14 von 21

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 27.07.2010 21:51
von Paddy
Ein Kölner Polizeiführer über die Vorbesprechungen zur Loveparade:

Im Vorfeld des Ereignisses hatte es an warnenden Stimmen offenbar nicht gefehlt. „Es gab zwölf bis 13 Ortstermine,“ erzählt der Leiter einer Kölner Einsatz-Hundertschaft der Polizei. „Und jedes Mal waren wir uns einig, dass das geplante Konzept im Chaos enden wird, dass es Verletzte und Tote geben wird.“ Bedenken seien ignoriert worden. „Und immer wieder wurde uns mitgeteilt, im Rathaus stehe man auf dem Standpunkt: Die Loveparade muss funktionieren.“

Dem Duisburger Polizeipräsidenten soll ein Politiker wegen seines hartnäckigen Widerstandes mit der Ablösung gedroht haben. Sein Bochumer Kollege, der 2009 die Loveparade absagen ließ, hat Strafanzeige gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland und andere Verantwortliche gestellt. Deutschlands führender Konzertveranstalter Marek Lieberberg spricht von „amateurhafter Organisation“. Und die Berufsfeuerwehr Duisburg will bereits Oktober 2009 in einem internen Vermerk klargestellt haben, dass es zu gefährlich sei, die Besucher des Spektakels durch den Tunnel zu schicken.

http://www.mainpost.de/nachrichten/dast ... 48,5668287" onclick="window.open(this.href);return false;

Planmäßig begann die Loveparade Samstag um 14 Uhr, die Genehmigung dafür war nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers nur wenige Stunden alt. „Die Bedenken der Sicherheitsbehörden haben offensichtlich dazu geführt, dass die Verantwortlichen ihre Entscheidung bis zum letzten Tag aufgeschoben haben“, sagte ein hoher Polizeibeamter.

Eine ordnungsrechtliche Genehmigung ist ein Schriftstück, in dem alle Einzelheiten von Rettungsplänen über Architektenzeichnungen des Partygeländes bis hin zum geschätzten Wasser- und Strombedarf für eine Veranstaltung dargelegt sind. In der Regel werden in solch einem Papier zwei Konzepte ausgeführt – eines für gutes Wetter und eines für schlechtes. Ob diese Unterscheidung auch in dem Schriftstück für die Loveparade gemacht wurde, ist unklar. Im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte ein am Einsatz beteiligter Beamter: „Hätte es am Samstag stark geregnet, hätte der Tunnel, in dem die Massenpanik ausbrach, kniehoch mit Wasser vollgestanden. Ich mag mir gar nicht ausmalen, um wie viel schlimmer das Ganze dann ausgegangen wäre.“

http://www.fr-online.de/panorama/die-gr ... index.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Eva Hermans Text war kalkulierte Bosheit

Hermans Pamphlet ist an Zynismus und Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Und alles nur, um sich selbst wieder ins Gespräch zu bringen.

Auf Eva Herman kann man sich verlassen. Darauf, dass sie keine Chance ungenutzt lässt, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Ohne Respekt vor den Toten, Verletzten, Traumatisierten und Trauernden, voller tendenziöser Unterstellungen.

http://www.welt.de/vermischtes/article8 ... sheit.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 27.07.2010 22:50
von aalreuse
Das ganze ist doch einfach nur stümperhaft geplant worden. Gibt es in Duisburg und Umgebung keine anderen Freiflächen? Hier in S-H macht man jährlich ein riesigs Musikevent auf dem platten Land, beim Bauern auf der Koppel. In 9 Tagen geht es wieder los http://www.wacken.com/" onclick="window.open(this.href);return false; Evtl hätte man vorher mal die fragen sollen die Ahnung von solchen Veranstaltungen haben....

.... ach ja das hat man ja angebelich.... nur auf die Warnungen der Mahner hat mal wieder keiner gehört..... und jetzt hat keiner der Verantwortlichen das Rückrad zuzugeben, dass alle zusammen da Mist gebaut haben......


...das ist wohl das entgültige Ende der Loveparade. Schade! Die Musik der Loveparade war zwar noch nie mein Ding aber die Party war immer klasse. Make love not war!

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 14:15
von strike
Alle Loveparade-Besucherzahlen falsch
http://www.elo-forum.net/Topaktuell/Top ... 20332.html" onclick="window.open(this.href);return false;
In der vertraulichen Analyse der Besucherzahl heiße es im Falle Duisburgs, dass zur Loveparade maximal 485.000 Besucher über den Tag verteilt erwartet würden. In Spitzenzeiten wurde mit maximal 235.000 Zuschauern gerechnet.
Heisst, dass auch bei der Planung der Einsatzkraefte der Faktor 3 (faelschlicherweise) beruecksichtigt und entsprechend Leute zur Verfuegung gestellt - und auch bezahlt - wurden?

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 16:02
von Lanna
strike hat geschrieben:Alle Loveparade-Besucherzahlen falsch
http://www.elo-forum.net/Topaktuell/Top ... 20332.html" onclick="window.open(this.href);return false;
In der vertraulichen Analyse der Besucherzahl heiße es im Falle Duisburgs, dass zur Loveparade maximal 485.000 Besucher über den Tag verteilt erwartet würden. In Spitzenzeiten wurde mit maximal 235.000 Zuschauern gerechnet.
War in der Pressekonferenz am Sonntag schon klar herauszuhören.
Hier wurde von 105.000 Menschen gesprochen die Bahn nachweislich transportiert hat. Auch wurde gesagt, dass die meisten Menschen mit der Bahn anreisten.
Bei der vermuteten Anreise von vermuteten 1,2 Millonen Besuchern wären das, wenn pro PKW 4 Personen reisen, 300.000 PKW auf den PArkplätzen.
War doch klar das zu Werbezwecken die Zahlen vom Veranstalter gefakt sind.
Die Kritiker und Ankäger nehmen diese Zahlen natürlich gerne zur Hand.

Wenn ich mir die Menge auf den YouTube Videos ansehe ist das tödliche Gedränge nur auf einen bestimmten kleinen Bereich im Tunnel passiert. DAneben war das Gedränge längst nicht so groß.

Viele Menschen, vielleicht sogar aus Übermut gepaart mit Dummheit, drängten in diese Ecke der Treppe. Dadurch kam es zu so einem massivem Druck auf den einzelnen, dass Menschen gestorben sind.

Zeugen haben kurz nach dem Unglück einem Fernsehreporter gesagt, dass es erst zu den Verletzten und Toten kam, als Polizisten die Absperrung der Treppe geöffnet haben. Die "verrückte" Menge sei dann unkontrolliert auf diesen vermeintlichen Ausgang gedrängt. Die Toten und Verletzten waren nunmal ausschließlich an dieser Stelle!

Diese Theorie ist für mich glaubhaft.

Komisch war für mich auch, wie schnell die Polizei deutlich bemerkte, dass sie keinerlei Schuld an dem Geschehenem hatte. :gruebel:
Es war leider das menschliche Versagen einiger weniger Polizisten das zur Katastrophe führte.

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 16:13
von Exote
Lanna hat geschrieben:Es war leider das menschliche Versagen einiger weniger Polizisten das zur Katastrophe führte.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass du das Sicherheitskonzept, mit einem einzigen Tunnel Zu- und Ausgang, für besonders ausgeklügelt hältst und es bei jeder Grossveranstaltung genauso machen würdest, ausser natürlich, dass du im Vorfeld der Polizei ihren Kompetenzbereich entziehst?

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 16:47
von Monta
Lanna hat geschrieben:...Es war leider das menschliche Versagen einiger weniger Polizisten das zur Katastrophe führte.
Eine gefährliche Sicht, verharmlost sie doch unerträglich alle Unfähigkeiten, Versäumnisse und manipulationen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens,
über grobe Fahrlässigkeit bis hin zum Vorsatz.

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 17:52
von Lanna
Monta hat geschrieben:
Lanna hat geschrieben:...Es war leider das menschliche Versagen einiger weniger Polizisten das zur Katastrophe führte.
Eine gefährliche Sicht, verharmlost sie doch unerträglich alle Unfähigkeiten, Versäumnisse und manipulationen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens,
über grobe Fahrlässigkeit bis hin zum Vorsatz.
Vielleicht nicht klar ausgedrückt.
Besser ausgedrückt wäre die "Überforderung" der Polizisten, die schließlich zum Versagen der "Handlung" in dieser speziellen Situation führte.
Das es überhaupt zum Versagen/Überfordern kommen konnte, ist natürlich das mangelhafte Konzept der Veranstaltung. Das war Grundvoraussetzung die schließlich zur Katastrophe führte.

Der Polizist in dieser Situation konnte nichts dafür, da maßlos überfordert. Jeder andere wäre das in dieser Lage auch.
Doch die Frage bleibt, wer befohlen hat,in dieser speziellen gefährlichen Situation, die Treppe zu öffnen?!

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 18:11
von Monta
Lanna hat geschrieben:...Doch die Frage bleibt, wer befohlen hat,in dieser speziellen gefährlichen Situation, die Treppe zu öffnen?!
Nicht nur diese Frage bleibt.

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 18:38
von tschaang-frank
Lana
Wenn ich mir die Menge auf den YouTube Videos ansehe ist das tödliche Gedränge nur auf einen bestimmten kleinen Bereich im Tunnel passiert. DAneben war das Gedränge längst nicht so groß.
Richtig aber was willst du damit sagen , was schliesst du daraus ??
Viele Menschen, vielleicht sogar aus Übermut gepaart mit Dummheit, drängten in diese Ecke der Treppe.
Wann warst du das letzte mal auf einer Grossveranstaltung ? Dummheit ? "Man" draengt in eine Ecke ?

In solch eine Situation kommst du als "Gast" schneller als dir lieb ist, ich habe die letzten Jahre oft genug solche Situationen (als Techniker und Veranstalter ) erlebt - also das du als Gast eben noch Platz hast und innerhalb von 1-2 Minuten nicht mehr die Arme hoch bekommst obwohl 10 Meter weiter im Eingangsbereich noch Platz ist.
Einlassbereiche (Flucht- und Rettungswege) ob in Hallen oder beim Open Air mussen "immer" so konzipiert sein das es in dem Moment wo es an einer Stelle eng wird man den Leuten eine ausweichmoeglichkeit bieten kann. Also werden Einlassbereiche immer so abgesichert (z.B mit Polizeigittern) das man diese im Notfall sofort oeffnen kann.
In diesem Tunnel und auf der Rampe in Duisburg wurden keine Fluchtmoeglichkeiten eingeplant !!!
In den ca.20 Meter Tunnel wurden auf der gesamten breite die Leute durchgeassen - alleine hier haette man 3,50m absperren muessen (das iost PFLICHT ! ) damit Rettungsfahrzeuge durchkommen.

Die Gaeste haben hier absolut keinen Fehler gemacht und waren nicht "daemmlich" diese Sicherheitsvorkehrungen hat der VA vorzunehmen und die zustaendigen Behoerden haben dem VA im Vorfeld klar mitzuteilen welche Vorschriften einzuhalten sind ! Dummerweise haben aber selbst die am Genehmigungsverfahren beteiligten Behoerden diese "eindeutig vorhandenen Vorschriften" (Versammlungsstaettenverordnung usw.) ausser acht gelassen, haben die Genehmigung erteilt und Masse, Abstaende.. akzeptiert die nicht zulaessig waren - das ist kriminell !!!!
Als zahlender gast eines Events kann ich nicht vorher zum Fachmann fuer Rechtsfragen, Vorschriften im Eventbereich werden - ich kann als Gast erwarten das alles Menschenmoegliche getan wird (zumindest die Vorschriften einhalten ) damit ich ohne Schaden den Veranstaltungsort betreten und verlassen kann, mich an dem Veranstaltungsort aufhalten kann ohne das mir eine Truss, eine Lampe auf demn Kopf faellt, ohne das ich ueber Kabel stolpere....... was auch immer - das ist und bleibt Aufgabe des VA und der behoerden die das zu ueberwachen haben !!!

Ich wieder hole mich - es ist UNGLAUBLICH was die da gebracht haben - unverantwortlich, vorsaetzlich - ja, hart an kriminell !!

Re: Desaster Love Parade

Verfasst: 30.07.2010 18:48
von Paddy
Lanna hat geschrieben:
Monta hat geschrieben:
Lanna hat geschrieben:...Es war leider das menschliche Versagen einiger weniger Polizisten das zur Katastrophe führte.
Eine gefährliche Sicht, verharmlost sie doch unerträglich alle Unfähigkeiten, Versäumnisse und manipulationen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens,
über grobe Fahrlässigkeit bis hin zum Vorsatz.
Vielleicht nicht klar ausgedrückt.
Besser ausgedrückt wäre die "Überforderung" der Polizisten, die schließlich zum Versagen der "Handlung" in dieser speziellen Situation führte.
Das es überhaupt zum Versagen/Überfordern kommen konnte, ist natürlich das mangelhafte Konzept der Veranstaltung. Das war Grundvoraussetzung die schließlich zur Katastrophe führte.

Der Polizist in dieser Situation konnte nichts dafür, da maßlos überfordert. Jeder andere wäre das in dieser Lage auch.
Doch die Frage bleibt, wer befohlen hat,in dieser speziellen gefährlichen Situation, die Treppe zu öffnen?!
Trotzdem falsch. Das Versagen lag zuerst im Konzept. Dadurch kam es zu einer unerträglichen Enge an einem neuralgischen Punkt. Auf Grund dieser unerträglichen Enge, hangelten sich einige an den Absperrungen der kleinen Nottreppe hoch und wurden auf halber Höhe von oben stehenden Personen hochgezogen. Diese Absperrungen bestanden nur aus Gittern, die dadurch ihre stabile Konsistenz verloren bzw. auch von unten her beiseite geschoben bzw. nieder-/weggedrückt wurden. Angesichts dessen, daß auch bewusstlose Personen hochgehoben und von oben hochgezogen und in Sicherheit gebracht wurden, ist m.E. keinem der dabei auch beteiligten Polizisten etwas vorzuwerfen. Richtig ist lediglich, daß diese Aktion weithin sichtbar war und somit viele diesen "Ausgang" als letzte Rettung ansahen und somit sich ein zusätzlicher, verhängnisvoller Druck der Massen Richtung Treppe aufbaute. Deshalb gab es die meisten Toten mit Brustkorbquetschungen in diesem Bereich.

Festzuhalten bleibt, einen solchen Befehl gab es nicht und die Initiative zur Niederwalzung der dortigen Absperrungen ging von den zusammengequetschten Besuchern aus.

"Übermut, gepaart mit Dummheit," sehe ich allenfalls bei den Genehmigungbehörden und dem Veranstalter.