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Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:21
von Paddy
tschaang-frank hat geschrieben:Ich moechte nur mal eine Zahl in den Raum werfen.
Wenn dieser 20m breite Tunnel tatsaechlich der einzige Flucht und Rettungsweg zu dem Gelaende gewesen ist dann haetten dort genau
2750 Menschen feiern duerfen und das hat JEDER Mensch der an einem Genehmigungsverfahren beteiligt ist zu Wissen !
Ich kann absolut nicht nachvollziehen wie man ueber ein Event auf diesem Grdst. uberhaupt nur nachdenken konnte ?
Genau so isses. Ich war jedenfalls auch entsetzt und völlig fassungslos, als ich live im TV das Desaster verfolgen konnte. Niemals hätte ich es je gewagt unter solchen Bedingungen eine Veranstaltung zu organisieren.
Wie die "Kölnische Rundschau" berichtete, unterschrieb Sauerland die ordnungsbehördliche Erlaubnis für die Loveparade erst kurz vor Beginn um 9 Uhr. Die offizielle Genehmigung der Bauaufsicht der Stadt Duisburg für die Mega-Veranstaltung lag der Polizei nach Informationen der FDP in Nordrhein-Westfalen sogar erst am Tag nach dem Unglück vor.
"Noch am Freitag wurde in verschiedenen Sitzungen über das Sicherheitskonzept debattiert, wobei die Duisburger Berufsfeuerwehr und Polizisten nochmals deutlich machten, dass die Großveranstaltung so nicht stattfinden kann." Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen laut dem Bericht systematisch unter Druck gesetzt worden sein, die Sicherheitsbedenken fallen zu lassen.
GdP: "Er meldete 500.000 Teilnehmer an, erhielt eine Genehmigung der Stadt für 250.000 Teilnehmer und feierte bereits mittags öffentlich über eine Million Teilnehmer."
http://www.n-tv.de/panorama/Polizei-war ... 40221.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:33
von Monta
Und das alles soll (nur) mit Geltungsbedürfnis und Kohle für die Stadtkasse begründet sein?
Wie viel "Gewinn" war denn da eigentlich drin mit dem Event? Habe darüber bisher noch keine Zahlen gelesen.
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:43
von tschaang-frank
erhielt eine Genehmigung der Stadt für 250.000 Teilnehmer
Selbst mit viel Wohlwollen - wenn man sich die Luftbilder anschaut:
Wer ersteinmal auf dem Grdst. ist der hatte natuerlich (theoretisch) die moeglichkeit zumindest nach hinten auszuweichen wobei die Frage ist inwieweit die Seiten mit Bauzauenen zugestellt waren.
Aber alleine die Tatsache das die Autobahn direkt an dem gelaende vorbeifuehrt ! Was passiert wenn auch NUR 250.000 in Panik geraten, die warten nicht bis sie zur einen Seite wo ihnen 250.000 im Weg stehen weg kommen, die rennen stumpf ueber die Autobahn.
Genehmigunmg fuer 250.000 ? Ich kann die ganze Nummer echt nicht verstehen ? Oben gibt es noch Zufahrten (und das waren Garantiert die Backstagezufahrten) und selbst wenn man diese Wege dann auch als Fluchtwege ausschreibt, mehr als 10.000-20.000 Leute aber beim besten Willen nicht mehr ! Ueber den gruenen Acker, ueber Bahngleise stolpern, sowas sind keine Fluchtwege - geschweige von dem offiziellem Zugang (Tunnel) - ich weiss echt nicht was die sich dabei gedacht haben ?
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:52
von Paddy
Monta hat geschrieben:Und das alles soll (nur) mit Geltungsbedürfnis und Kohle für die Stadtkasse begründet sein?
Wie viel "Gewinn" war denn da eigentlich drin mit dem Event? Habe darüber bisher noch keine Zahlen gelesen.
Dortmund 2008 : "Außerdem ließ jeder Partygast im Schnitt 90 Euro in der klammen Ruhr-Metropole - etwa 144 Millionen insgesamt."
http://www.sueddeutsche.de/panorama/dui ... e-1.980190" onclick="window.open(this.href);return false;
Die Rampe (der einzige Zugang) war übrigens mit versetzten Absperrungen "gesperrt". Dies diente der Einzelkontrolle bzw. Stichprobenkontrolle der Besucher. Hierbei ging es um selbst mitgebrachte Getränke.
@tschaang-frank
Die Autobahn war gesperrt.
Aber die Bundesbahn musste bereits am frühen Nachmittag jeglichen Verkehr nach und von Duisburg Hbf,
Richtung Süden, komplett einstellen, da sich zu viele Menschen auf den Gleisstrecken befanden, die unmittelbar am Veranstaltungsgelände vorbei verliefen.
Ein weiterer Aspekt, der offensichtlich ausser Acht gelassen wurde. Und das bei jungen Ravern, die bekannt für Drogen- und Alkoholkonsum sind.

Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:54
von tschaang-frank
Monta hat geschrieben:Und das alles soll (nur) mit Geltungsbedürfnis und Kohle für die Stadtkasse begründet sein?
Wie viel "Gewinn" war denn da eigentlich drin mit dem Event? Habe darüber bisher noch keine Zahlen gelesen.
Keine Ahnung ob der VA damit Geld verdient hat (ausser Promo fuer seine Laeden) - aber welchen Grund (fuer die Stadt) soll es sonst geben ausser fuer Duisburg Werbung zu machen !
Ich wuesste keinen anderen Grund ausser das ein paar "verwirrte" Verwaltungstypen ihr Duisburg Weltweit in den Medien gesehen haben - das haben sie ja nun auch geschafft
Wie man sich so ueber alles hinwegsetzen kann was es an Vorschriften, Verordnungen gibt... - wie man so eisklat Ratschlaege und Warnhinweise von Personen aus dem eigenem Umfeld (Polizei, Feuerwehr.. ) die es ja wohl anscheinend gegeben hat, ignorieren kann ???? Und nichts anderes ist hier passiert, Augen zu und durch, das wird schon gut gehen - unverantwortlich !
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:58
von Monta
Paddy hat geschrieben:...Dortmund 2008 : "Außerdem ließ jeder Partygast im Schnitt 90 Euro in der klammen Ruhr-Metropole - etwa 144 Millionen insgesamt."...
Das ist schon eine Zahl, bei der man in Versuchung kommt, wenn die Kasse leer ist.
Nur, von diesen 144 Millionen wurde auch nur ein kleiner Teil ins Stadtsäckel gespült und die Kosten der Bereitstellung müssen noch gegen gerechnet werden.
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 14:59
von Paddy
Monta hat geschrieben:Paddy hat geschrieben:...Dortmund 2008 : "Außerdem ließ jeder Partygast im Schnitt 90 Euro in der klammen Ruhr-Metropole - etwa 144 Millionen insgesamt."...
Das ist schon eine Zahl, bei der man in Versuchung kommt, wenn die Kasse leer ist.
Nur, von diesen 144 Millionen wurde auch nur ein kleiner Teil ins Stadtsäckel gespült und die Kosten der Bereitstellung müssen noch gegen gerechnet werden.
Es geht hier in erster Linie um das Hotel- und Gaststättengewerbe.
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 15:04
von Monta
Paddy hat geschrieben:Es geht hier in erster Linie um das Hotel- und Gaststättengewerbe.
Ja, aber dafür setzt ein OB und div. andere "Entscheidungsträger" die eigene Zukunft aufs Spiel?
So dämlich kann doch keiner sein zu erkennen, dass das Risiko eines Desasters bei min. 80 % lag.
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 15:11
von tschaang-frank
Die Autobahn war gesperrt.
Ja Klar ! Aber das meine ich doch - im Vorfeld bei der Planung hatten sie eine Sperrung der BAB ja wohl nicht im Kopf !
Das ist doch schon der Wahnsinn in der Vorplanung - wenn auch
nur 250.000 Leute 50 Meter weg von einer BAB abfeieren - ich krieg es nicht in den Kopf, was erwarten die den was da passiert ?? Alle nuechtern und vernuenftig ???
An dem Ort - von Haus aus - nichtmal mit 30-40-50.000 - ein absolutes NO GO !!!
So nebenbei, wir haben hier Ende des Monats Silbermond, Status und Silly (Fr.-So) - ein 5000er Platz (Freibad)
Silbermond ist ausverkauft deshalb wollen wir den Platz erweitern (Genehmigung fuer 1000 mehr ), was meint ihr was hier Freund "Floh" (der darf sich um die Papiere kuemmern ) die letzten Tage am "kaempfen" ist mit den Behoerden - Angefangen von 250 neuen Parkplaetzen (woher so schnell nehmen) - und genau die Frage: sind die Rettungswege noch ausreichend !! und und und.... einiges mehr an Papier !
Aber auch wenn es nervt - so ist es letztendlich richtig, ich moechte nicht "quergeschrieben" haben wenn sich am ende einer die Haxen bricht, geschweige jemand zu Tode kommt !
Re: Desaster Love Parade
Verfasst: 27.07.2010 15:18
von Paddy
Monta hat geschrieben:Paddy hat geschrieben:Es geht hier in erster Linie um das Hotel- und Gaststättengewerbe.
Ja, aber dafür setzt ein OB und div. andere "Entscheidungsträger" die eigene Zukunft aufs Spiel?
So dämlich kann doch keiner sein zu erkennen, dass das Risiko eines Desasters bei min. 80 % lag.
Du meinst wahrscheinlich, so dämlich dies nicht zu erkennen...
Doch waren einige sogar so dämlich, entsprechende Bedenken Anderer völlig zu ignorieren. Darin liegt ja der eigentliche Skandal.
Fassen kann ich das auch nicht. Zwar habe ich nie mehr als 30.000 Besucher organisieren müssen, aber die Schwachstellen hätten selbst völlig unbedarften Laien sofort auffallen
müssen.