Samstag, der 9. Mai. Recht früh, gegen halb zwölf, sind wir auf der Straße. In Schmetterlings Dorf angekommen, stellt sie schnell ihren Wagen ab. Anschließend gehen wir zügig hinüber zum Festplatz. Die Feier hat bereits begonnen. Die Familie hat zuvor gute Plätze auf ihrem Reisfeld hergerichtet, wir setzen uns zu ihnen.
Schmetterling und ich spazieren hinüber zur Tanzfläche. Von einer kleinen Bühne aus wird den Leuten gut eingeheizt, es ist mal wieder ordentlich laut. Die Dorfbewohner schwingen ihr Tanzbein und haben sichtlich gute Laune.
Die Show endet, jetzt zieht die Startrampe alle Blicke auf sich.
Dann erfolgt die Zündung, wir erleben unseren ersten Start.
Das dumpfe laute Grollen, bevor die Rakete sich in die Höhe hebt, ist schon beeindruckend. Wie mag es sich erst in Cape Canaveral anhören, wenn es schon hier in Cape Ban Nongkung solch eine Geräuschkulisse gibt?
Das Spektakel geht weiter, nur ein paar Minuten unterbrochen von einem heftigen Regenschauer. Irgendwann hat dann aber jeder sein Pulver verschossen, und es kehrt Ruhe ein.
Wir packen unsere Sachen zusammen und gehen hinüber zum Haus der Familie. Ein Verwandter, oder vielleicht auch nur ein Bekannter, hat es übertrieben. Er liegt sturzbetrunken auf dem Boden vor der Eingangstür, den Kopf auf einem ollen Schlappen gebettet, und schläft seinen Rausch aus. Vier Leute packen ihn und schleppen den Herren nach Hause. Das Dorfleben kann ganz schön anstrengend sein!
Wir setzen uns. Ich folge den Unterhaltungen, ohne mehr als zwei, drei Worte zu verstehen. Immerhin erfahre ich, dass unsere Rakete den dritten Platz belegt hat, was die Zeit angeht, die sie in der Luft war. Dafür gab es 1000 Bärte!
Kurz nach sechs verabschieden wir uns. Wir fahren zurück nach Surin. Dort angekommen, biegen wir in die Soi Cola ein und suchen ein dortiges Restaurant auf.
Vor Jahren habe ich hier so manche Nacht abgehangen. Die Soi Cola war das Rotlichtviertel der Stadt. Was heutzutage nachts hier noch abgeht, weiß ich nicht. Was ich weiß: Die nette Gogo-Bar am Ende der Straße ist nur noch Geschichte. Ich könnte eine beitragen. Zumindest den Teil, an den ich mich noch erinnere.
Gesättigt verlassen wir das Restaurant. Wir schlendern zur Hauptstraße und setzen uns vor das Fatboyd-Lokal. Soweit ich es beurteilen kann, ist es heutzutage die Top-Location der Stadt. Dementsprechend ist es gut besucht und wird im Laufe des Abends immer voller.
Um 23 Uhr 45 betreten wir unser Zimmer. Anschließend begibt sich nach und nach jeder zur wohlverdienten Nachtruhe.
- Fortsetzung folgt -